Im Interview: Harald Zimmermann zum Thema „Abwägung zwischen individuellen und standardisierten Formularen“

Harald Zimmermann leitet die Abteilung für Enterprise-Content-Management (ECM) und ist Projektleiter der Arztanbindung bei der Privatklinikgruppe Hirslanden. Das ECM führt strukturierte, schwach strukturierte und unstrukturierte Informationen zusammen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum erfolgreichen Aufbau von eHealth. Im Interview spricht Harald Zimmermann über die „Abwägung zwischen individuellen und standardisierten Formularen“.

Harald Zimmermann, warum erstellen Sie nicht einfach für jeden Belegarzt ein individuelles Anmeldeformular für die benötigten OP-Anmeldungen?

Harald Zimmermann: Als Projektleiter der Arztanbindung bei der Privatklinikgruppe Hirslanden muss ich verschiedene Interessen vertreten. Einerseits will ich die Verwendung unserer Tools so einfach wie möglich gestalten, andererseits brauchen wir, um den grösstmöglichen Nutzen generieren zu können, eine Standardisierung. Wir müssen also abwägen, in welchen Bereichen eine Standardisierung nötig ist und wo eine Individualisierung möglich ist.

Weshalb ist die Standardisierung wichtig?

Harald Zimmermann: Hirslanden ist in der elektronischen Kommunikation ein „Early-Adaptor“. Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir schon vor Jahren eine Systemumgebung aufgebaut, welche uns erlaubt, viele standardisierte Fälle automatisch zu verarbeiten. Unsere Umgebung verändert sich laufend. Sei es durch regulatorische Anforderungen, durch neue medizinische Erkenntnisse oder auch durch technologische Neuerungen. Diese Veränderungen müssen in der elektronischen Kommunikation auch in die verwendeten Tools übernommen werden.Die Standardisierung von Prozessen und Tools hilft uns, die Anpassungen in sinnvoller Zeit vorzunehmen. Dies bei gleichzeitig hoher Stabilität der Umgebung und innerhalb der verfügbaren Ressourcen. Und zwar mittelfristig bei allen 17 Hirslanden-Kliniken.

Was unternehmen Sie, um die Nutzung zu vereinfachen?

Harald Zimmermann: Gemeinsam mit Visionary AG, dem Anbieter der docbox, entwickeln wir die Lösung laufend weiter. Wir prüfen, mit welchen Massnahmen und Funktionen wir die Benutzung vereinfachen und unseren Belegärzten Mehrwert bieten können. So haben wir beispielsweise gemeinsam die Möglichkeit der Vorlagen entwickelt. Oder wir haben die unterschiedlichen Regeln der Kantone betreffend „ambulant vor stationär“ direkt in den Anmeldeprozess integriert. Und kürzlich haben wir für die ICD & CHOP-Suche ID Diacos integriert, welche eine stärkere Suche ermöglicht.Unabhängig von der «ungerichteten Kommunikation» eines elektronischen Patientendossiers (EPD) haben Gesundheitsfachpersonen das Bedürfnis, im Verlauf einer Behandlung Berichte, Befunde und Überweisungen direkt aus den Primärsystemen mit anderen Behandelnden digital auszutauschen («gerichtete Kommunikation»). Bestenfalls erfolgt die Übernahme eines Patienten vom niedergelassenen Arzt ohne eigene Datenerfassung und unter minimalem personellem Aufwand.